Ängste bewältigen

Ängste sind lästig, denn wer fürchtet sich schon gerne. Doch ohne sie wären wir nicht in der Lage, Gefahren richtig einzuschätzen und angemessen darauf zu reagieren. Hätten die Menschen das Angstgefühl im Laufe der Evolution nicht weitervererbt, wäre die Menschheit vielleicht schon längst ausgestorben.
Sie ist ein unangenehmes und beklemmendes Gefühl. Dieses tritt in Situationen auf, in denen eine Bedrohung empfunden wird. Das Angstgefühl ist subjektiv, denn nicht jeder fürchtet sich vor dem Gleichen. Trotzdem löst einiges bei praktisch allen Menschen Angst aus. Ängste sind dazu da, uns vor Gefahren zu schützen. Deshalb ist ein gesundes Maß davon lebensnotwendig. Die Furcht versetzt unseren Körper in Alarmbereitschaft und treibt uns zum Handeln an. Kampf oder Flucht heißt die Devise.
Manchmal nehmen die Ängste überhand. Wir fürchten uns vor Dingen, die gar nicht gefährlich sind. Trotzdem haben wir ein ungutes Gefühl, das uns stört und im alltäglichen Leben blockiert. Dieses unangemessene Angstgefühl kann zu Passivität, Vermeidungsverhalten und Krankheit führen. Deswegen müssen wir dagegen etwas unternehmen.

Wie macht sich das Angstgefühl bemerkbar?

Das Gefühl zeigt sich auf verschiedenen Ebenen. Zuerst reagiert unser Körper. Er schüttet Adrenalin und Kortisol aus. Symptome wie Herzrasen, schneller Puls, erhöhter Blutdruck und Blutzuckerspiegel, bessere Durchblutung der Muskeln, rasches Atmen, beschleunigter Stoffwechsel, erweiterte Pupillen und Schweißausbrüche sind die Folge.

Unser bewusstes Denken setzt etwas später ein. Wir bewerten die Situation und überlegen uns die beste Schutzstrategie. Körper und Gehirn zusammen sorgen dann für ein angemessenes Verhalten. Wir versuchen, so schnell wie möglich aus der Situation herauszukommen, oder stellen uns dieser auf die eine oder andere Art.

Verschiedene Angstformen

Angst ist ein eher diffuses Gefühl und muss keine reelle Ursache haben. Es kann sich um Alltagssorgen oder um existenzielle Befürchtungen handeln. Im Gegensatz dazu empfinden wir Furcht bei einer konkreten Gefahr, wie einem bissigen Hund, der auf uns zurennt. Wer eine Phobie hat, zeigt übertriebene Angstreaktionen vor Situationen oder Objekten wie Spinnen, obwohl eine ernsthafte Bedrohung fehlt.

Panik ist ein intensiver Angstzustand, der oft in einer unerwarteten und erschreckenden Situation auftritt. Eine Bedrohung kann vorhanden sein, muss es aber nicht. Panikattacken sind Angstanfälle, die ganz plötzlich entstehen und heftige körperliche Reaktionen wie Herzrasen und Schweißausbrüche auslösen. Sie können sich häufen und dazu führen, dass man sich ständig vor der nächsten Attacke fürchtet.

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Ausweg durch Relativierung, Konfrontation oder Handlung

Um einen Sieg über unsere Angstreaktionen zu erringen, müssen wir diese erst als solche akzeptieren. Manchen hilft es, sich die Sorgen durch Aufschreiben bewusst zu machen. Oder wir sprechen mit jemandem darüber. Auch das kritische Hinterfragen der Befürchtungen kann diese schmälern oder sogar zunichtemachen. Fragen wie „Was ist das Allerschlimmste, was passieren könnte?“, „Wäre das wirklich so schlimm?“, „Was kann ich dann tun?“ verringern viele Sorgen. Denn oft erscheint uns die Bedrohung nach einer realistischen Betrachtung viel geringer.

Wer unter Menschen geht und es mit anderen lustig hat, ist weniger anfällig für Sorgen. Als guter Ausweg führt regelmäßiger Sport zu mehr Ausgeglichenheit und einem verminderten Angstgefühl. Hilfreich sind Entspannungsübungen wie das Autogene Training, die Progressive Muskelentspannung oder Yoga. Der Körper kann nicht gleichzeitig entspannt sein und Angstsymptome zeigen. Beruhigungsmittel unterdrücken zwar kurzfristig die Angstsymptome, machen langfristig jedoch oft abhängig.

Um ein unbegründetes oder übertriebenes Angstgefühl dauerhaft loszuwerden, müssen wir uns ihm stellen. Gerade bei einer Phobie ist die Konfrontation sehr wirksam. Wer die Spinne berührt, dessen Furcht steigt nicht ins Unendliche. Er erkennt, dass diese mit der Zeit abnimmt und das Tier ihm nichts tut. Wer dies nicht alleine schafft, kann sich von einem Psychotherapeuten helfen lassen. Bei Panik beruhigt man sich durch tiefes Ein- und Ausatmen. Durch Sauerstoffmangel verlangsamt sich die Atmung und man wird ruhiger.

Wie können wir Betroffenen helfen?

Ängstliche Menschen können wir auf ihrem Weg zum Sieg über das Angstgefühl unterstützen, indem wir ihnen ernsthaft zuhören. Wir dürfen ihnen oben genannte Vorschläge unterbreiten und können je nach Problem unseren Schutz oder unsere Hilfe anbieten. Bei starken Ängsten ist eine Therapie empfehlenswert.

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