Was tun gegen Mobbing?

Mobbing besteht in jedem Fall aus einer Opfer-Täter-Beziehung, wobei das Opfer regelmäßig, ständig oder auch wiederholt gequält, schikaniert und seelisch verletzt wird. Diese Form von seelischer Gewalt hat das Ziel zu diskriminieren. Übliche Formen hiervon sind die Androhung von Gewalt, die Schikane aufgrund bestimmter Verhaltensweisen oder Kleidungsstile, das Verbreiten von falschen Behauptungen sowie Gerüchten, permanente Kritik an der Person und demütigende Arbeitsaufgaben ohne sinnvolles Ziel und ohne jeglichen Anspruch an das Können des Opfers. Dieser Missbrauch an einer Person kann in nahezu jeden Altersklassen und Gesellschaftsschichten auftreten und ist im Kindergarten, der Schule, an Altersheimen, Sportvereinen, in Freundeskreisen und im Internet weit verbreitet. Während sich der Täter mit den Androhungen und der Schikane bestärkt, wird der Betroffene immer weiter herunter gezogen und fertig gemacht.

Wie macht sich Mobbing bemerkbar?

Egal in welchem Lebensbereich diese Form der Schikane auftritt, kommt sie stets mit denselben Merkmalen daher. Betroffene werden sozial ausgegrenzt, gemieden und in deren Umfeld mittels erfundener Gerüchte schlecht gemacht, damit auch andere Menschen sich dazu veranlasst sehen, die Person zu meiden. Hinzu kommen meist verbale Androhungen von körperlicher Gewalt, von Konsequenzen wenn eine aufgetragene Aufgabe nicht erledigt wird oder massive Eingriffe in die Privatsphäre. Außerdem ist typisch dafür, dass das Opfer – oft öffentlich – lächerlich gemacht wird.

Die verschiedenen Stufen

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1. Phase – ein ungelöster Konflikt

Zwischen zwei Menschen besteht ein ungelöster Konflikt, dessen Existenz meist der betroffenen Person gar nicht bewusst ist. Erste Lästereien und verbale Anfeindungen entstehen, die vom Mobbingopfer meist noch nicht allzu ernst genommen werden.
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2. Phase – die Zielperson wird zur Zielscheibe

Während die Angriffe in der ersten Phase nur hinter dem Rücken stattfanden, werden sie nun auf direkte Kritik an der Person, Ausgrenzung und Verleumdung ausgeweitet. Zudem wird das Opfer nun von Informationen ausgegrenzt, sodass es zwangsläufig sozial immer mehr ins Abseits gerät. An dieser Stelle wird die Diskriminierung bereits stark wahrgenommen, meist finden die Betroffenen jedoch keinen eigenen Ausweg daraus.
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3. Phase – Eskalation

Da sich die Situationen der Demütigung immer mehr zuspitzen, wird das Mobbingopfer unsicher, wodurch Fehler und Missgeschicke passieren. Eine Kettenreaktion wird ausgelöst: Durch vermehrte Fehler kommt zunehmende Kritik und es entsteht zusätzlicher Druck, dem der gemobbte Mensch irgendwann nicht mehr standhalten kann.
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4. Phase – Sozialer Rückzug

Sozialer Rückzug oder Kündigung des Jobs aufgrund der psychischen Belastung
Ist keine Hilfe in Sicht und die geschädigte Person bereits völlig von Sorgen zermürbt, wird sie sich selbst aus dem verbliebenen sozialen Umfeld zurückziehen oder sogar den Job kündigen, wenn die Schikane dort ihren Ursprung hat. Anschließend geht es der Person jedoch nicht besser, sondern es folgt eine harte und lange Phase der Verarbeitung ihrer seelischen Qualen.

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Wie wehre ich mich dagegen?

Eine Hilfe gegen diese Form der Diskriminierung ist nur die direkte Konfrontation, welche wie folgt aussehen kann:

  • eine Aussprache im Beisein einer dritten Person führen
  • schlagfertig gegen verbale Angriffe kontern
  • NEIN sagen
  • Grenzen ziehen und diese nicht vom Täter übertreten lassen
  • faires Verhalten fordern und ihn verbal verunsichern
  • sich selbst und das eigene Empfinden für den persönlichen Mehrwert stärken

Wie helfe ich betroffenen Menschen daraus?

Eine große Hilfe ist, zunächst mit dem Betroffenen zu sprechen und beim passiven Teilhaben an Mobbingstrategien sofort helfend einzuschreiten. Es ist ratsam, die Person mental zu stärken und sie auf Möglichkeiten der professionellen Mitwirkung hinzuweisen. Oft sind die schikanierten Personen so verzweifelt, dass ihnen solche Wege selbst nicht mehr einfallen. Eine Telefonseelsorge beispielsweise arbeitet anonym und effektiv und kann der erste Weg zur Hilfeannahme sein. Weiterhin gibt es Psychologen, die mit professionellen Techniken die erlebten traumatischen Ereignisse aufarbeiten und in persönliche Stärken verwandeln. Wichtig ist, Betroffene niemals allein mit der Situation zu lassen, sondern ihnen stets eine Unterstützung zu sein, die mit einem offenen Ohr und guten Ratschlägen zur Stelle ist.

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