Wie heutzutage Kinder „erziehen“?

Die Zeiten, in denen Kinder ihre Eltern Siezen mussten, sind lange vorbei. Kaum etwas hat sich so sehr im Lauf der Zeit gewandelt, wie die Kindererziehung. Eltern wollten immer schon alles richtig machen. Die Ansichten, was richtig ist, haben sich aber geändert.

In den 50er Jahren war noch eine streng autoritäre Erziehung angesagt. Die Kleinen mussten gehorchen. Es gab tausende Regeln, an die man sich als anständiges Kind halten musste. Und anständig wollte damals noch jedes Kind sein.
Dann kam das Jahr 1968 und mit ihm die große Wende. Festgeschriebene Gesetze wurden hinterfragt. In Stein gemeißelte Regeln wurden ausradiert. Und die Kinder wurden seit der Generation Woodstock völlig anders erzogen. Aus Autoritär wurde Antiautoritär und aus Gehorsam wurde Freiheit. Aber diese Erziehungsmethode, die sich daraus entwickelte war auch nicht immer das gelbe vom Ei. Wenn es kein „Nein“ gibt, können sich Kinder auch schnell zu Egoisten entwickeln. Wenige Jahre später folgte dann auch eine neue Kehrtwende. Aus den freien Kindern wurden Personen, deren Leben von den Eltern durchgeplant wurde. Dieser Trend hält bis heute an. Vom Früh-Englischunterricht, bis zur Babygymnastik gibt es tausende Angebote. Hauptsache, das Kind kann später eine gute Karriere machen.
Aber es fällt leicht, zu urteilen und alle möglichen Erziehungsstile zu verurteilen, solange man selbst nicht von dieser Mammutaufgabe namens „Kindererziehung“ betroffen ist.

Meine ist die beste!

Die meisten Eltern werden der Überzeugung sein, ihre Erziehungsmethode sei die Beste. Kein Wunder. Jeder liebt schließlich sein Kind und will nur das Beste. Doch bevor man in den Strudel der verschiedenen Erziehungsmethoden geworfen wird, sollte man wissen, was was ist.

Der Erziehungsstil beschreibt die Grundhaltung der Eltern bei unterschiedlichem Verhalten des Kindes.

Hierbei lassen sich grob acht verschiedene Stile finden:

Antiautoritärer Erziehungsstil: Hier wird das Kind sich selbst überlassen. Es werden keine autoritären Vorgaben gemacht.

Autokratischer Erziehungsstil: Eigene Initiativen des Kindes werden hierbei unterdrückt. Das Kind braucht eine starke Führungshand.

Autoritäre Erziehung: Es gibt strenge Regeln und ein Großteil der Aktivitäten werden von den Eltern bestimmt.

Demokratische Erziehung: Das Kind darf vieles selbst bestimmen. Die Eltern besprechen wichtige Dinge und lassen das Kind frei entscheiden.

Egalitärer Erziehungsstil: Hier ist die Meinung des Kindes und der Erwachsenen völlig gleichwertig. Entscheidungen des Kindes zählen genauso viel.

Laissez-Faire Erziehungsstil: Es werden nur kleine Vorgaben gemacht. Die Eltern verhalten sich passiv gegenüber dem Kind.

Negierende Erziehung: Es findet keine Erziehung statt. Dies geht meist mit Desinteresse für das Kind einher.

Permissive Erziehung: Das Kind muss selbst Initiative ergreifen. Die Eltern halten sich zurück und erlauben vieles.

Bei der Erziehung musst Du Dich nicht an vordefinierte Erziehungsstile halten. Wie so oft gilt auch hier: Die Wahrheit liegt meistens in der Mitte.

Die richtige Erziehung

Jetzt stellt sich die große Frage: Was ist Wahrheit? Gibt es DIE richtige Erziehung?
In der Kindererziehung kann vieles falsch gemacht werden.

Die Idee hinter einer guten Erziehung ist, das Kind zu einem selbstständigen und selbstbewussten Menschen zu machen. Als Faustregel lässt sich sagen, Du solltest nie etwas tun, was Deinem Herzen widerspricht. Setze alles auf die Liebe. Mit liebloser Erziehung werden große seelische Schäden angerichtet. Versuche dem Kind in der Familie Geborgenheit zu geben. Dieser Zusammenhalt ist wichtig. Sei ein gutes Vorbild. Vermittle so Deinem Kind Werte, wie Höflichkeit oder Ehrlichkeit. Beobachte Dein Kind und gehe individuell auf es ein. Belohnungen für vorbildliches Verhalten motivieren mehr als Drohungen oder Strafen.

Du musst akzeptieren, dass das Kind eine denkende Person ist. Wenn es nicht gehorcht, kann es gute Gründe dafür haben. Gehe auf das Kind ein. Ihr habt einen starken Zusammenhalt, seid ein Team und arbeitet nicht gegeneinander.

Du musst den richtigen Weg zwischen Helikoptereltern und abwesenden Eltern finden. Traue Deinem Kind Dinge zu. Nur so kann es später selbstständig werden.

Eine gute Verbindung aufbauen

Es ist wichtig, durch Liebe eine gute Bindung zu dem Kind aufzubauen. Dies fällt leichter, wenn das Kind in einer Familie aufwachsen kann.
Eigentlich ist es nicht schwierig, wenn Du Dir etwas Zeit nimmst. Spiele mit Deinem Kind oder lese ihm am Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Baue solche Rituale in den Tagesablauf ein. Das Herz des Kindes gehört Dir normalerweise sowieso schon. Zerstöre diese Beziehung nicht.

Wie verleiht man einem Kind Flügel?

Es ist wichtig, dass Du das Selbstvertrauen Deines Kindes bestärkst. Gib ihm positive Glaubenssätze. Lass es wissen, dass es ein toller Mensch mit vielen Talenten ist. Das Leben wird Dein Kind versuchen zu stutzen. Es liegt an Dir, es stark zu machen. Dann wird es später das eigenständige Leben gut meistern. Lehre ihm Werte, an die es sich halten kann.
Durch aufmerksames Beobachten erkennst Du die Talente Deines Kindes. Kann es gut malen oder singen? Es ist wichtig, Begabungen zu fördern. Ohne Frühförderungen wäre unser Planet um viele Genies ärmer. Aber auch um glückliche Menschen ärmer. Dein Kind muss kein kleiner Albrecht Dürer sein. Wenn ihm Malen Spaß macht, wird diese Tätigkeit sein Leben bereichern.

Der Ernst des Lebens

Wenn das Kind in die Schule kommt oder früher, schlägt das Leben zu. Auch bei einem gut behüteten Kind kommen gemeine Kommentare, Mobbing oder schlechte Medieneinflüsse. Diese sollten früh erkannt werden. Hier musst Du Dein Kind beobachten. Zieht es sich zurück? Ist es anders, als bisher?
Nur, wenn Du früh reagierst kannst Du Schäden fernhalten. Höre auch hier auf Dein Herz, es sagt Dir, wenn etwas nicht stimmt.

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